Hingabe

Die Lebensweise der Liebenden

Vom Betteln und vom Geben

Lesedauer: 2m 32s

Vortrag von

Shaykh Muhammad Adil al-Haqqani
gehalten am 
13. Oktober 2026
 / 
2. Jumādā l-ūlā 1448
 in Akbaba

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السَّلَامُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللَّهِ وَبَرَكَاتُهُ

أَعُوذُ بِاللَّهِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ.
بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَٰنِ الرَّحِيمِ

الصَّلَاةُ وَالسَّلَامُ عَلَىٰ رَسُولِنَا مُحَمَّدٍ
سَيِّدِ الْأَوَّلِينَ وَالْآخِرِينَ

مَدَدَ يَا رَسُولَ اللَّهِ
مَدَدَ يَا سَادَاتِي أَصْحَابَ رَسُولِ اللَّهِ
مَدَدَ يَا مَشَايِخَنَا
دَسْتُورُ مَوْلَانَا الشَّيْخِ عَبْدِ ٱللّٰهِ ٱلْفَائِزِ ٱلدَّاغِسْتَانِيّ
شَيْخُ مُحَمَّدٍ ظَاظِمِ الْحَقَّانِيِّ

طَرِيقَتُنَا الصُّحْبَةُ وَالْخَيْرُ فِي الْجَمْعِيَّةِ

as-salāmu ᶜalaykum wa-raḥmatu llāhi wa-barakātuh

aᶜūdhu bi-llāhi mina sh-shayṭāni r-rajīm
bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm

aṣ-ṣalātu wa-s-salāmu ᶜalā rasūlinā muḥammad
sayyidi l-awwalīna wa-l-ākhirīn

madad yā rasūla llāh
madad yā sādātī aṣḥāba rasūli llāh
madad yā mashāyikhanā
dastūr mawlānā shaykh ᶜAbd Allāh al-Fāʾiz ad-Dāghistānī,
shaykh Muḥammad Nāẓim al-Ḥaqqānī.

ṭarīqatunā aṣ-suḥbah wa l-khayru fi l-jamʿiyyah

Deutsch anzeigen

Der Friede, die Barmherzigkeit und der Segen Allahs seien auf euch.

Ich nehme meine Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Teufel.
Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Gnädigen.

Der Segen und der Friede seien auf unserem Propheten Muhammad,
dem Herrn der Ersten und der Letzten.

Unterstützung, o Gesandter Allahs!
Unterstützung, o meine Meister, Gefährten des Gesandten Allahs!
Unterstützung, o unsere Shaykhs!
Erlaubnis, unser Meister, Shaykh Abdullah al-Fāyiz al-Dāghestānī.
des Lehrers von Shaykh Muḥammad Nāẓim al-Ḥaqqānī

Unser Weg ist die Gemeinschaft und das Gute liegt in der Gemeinschaft.

Niemanden mit leeren Händen abweisen

Der Prophet (ﷺ) hat aufgetragen, einen Bittenden nicht mit leeren Händen fortzuschicken, selbst wenn man ihm nur einen verbrannten Tierhuf geben kann. Gemeint ist: Wer um etwas bittet, dem gibt man etwas, und sei es noch so gering. Auch die mashāyikh gehen so vor und weisen niemanden leer ab. An anderer Stelle heißt es sogar, man solle ihm etwas geben, das nicht größer ist als der Kopf einer Fliege.

Wer Brot backt, Simit verkauft oder Geld verdient, gibt eben davon ab, wenn jemand bittet. Ob dem Bittenden die Gabe gefällt, ist nicht mehr die Sache des Gebenden: Er hat seine Pflicht erfüllt. Es soll also lieber wenig gegeben werden als nichts.

Der Prophet (ﷺ) sagt auch, die härteste Prüfung sei es, auf das angewiesen zu sein, was andere in der Hand haben, und dann abgewiesen zu werden. Als den Schlechtesten unter den Menschen bezeichnet er denjenigen, der um Allāhs (ﷻ) willen gebeten wird und trotzdem nichts gibt. Wer Allāhs (ﷻ) Namen hört und ihn nicht achtet, ist der Schlimmste unter den Menschen.

Sich nicht auf Bitten verlegen

Von Dāwūd (as) wird überliefert, es sei besser, den Arm bis zum Ellbogen in den Rachen eines riesigen Drachen zu stecken und sich beißen zu lassen, als jemanden um etwas zu bitten, der erst arm war und später reich wurde. Solche Emporkömmlinge sind besonders schwer, so die Überlieferung. Möge Allāh (ﷻ) uns nie von solchen Menschen abhängig machen.

Auch ein Reicher, der bettelt, wird am Tag der Auferstehung mit Schande im Gesicht erscheinen. Der Prophet (ﷺ) sagt in einem ḥadīth sharīf:

مَا يَزَالُ الرَّجُلُ يَسْأَلُ النَّاسَ حَتَّى يَأْتِيَ يَوْمَ الْقِيَامَةِ لَيْسَ فِي وَجْهِهِ مُزْعَةُ لَحْمٍ

صحيح البخاري، رقم ١٤٧٤

Ein Mann bittet die Menschen immer wieder, bis er am Tag der Auferstehung kommt, ohne dass auf seinem Gesicht ein Stück Fleisch wäre.

Ṣaḥīḥ al-Buḫārī, Nr. 1474

Wer bettelt, verliert am Tag der Auferstehung sein Ansehen. Wer sich dagegen mit eigenen Händen abmüht, handelt besser, wie der Prophet (ﷺ) sagt:

لَأَنْ يَأْخُذَ أَحَدُكُمْ حَبْلَهُ فَيَأْتِيَ بِحُزْمَةِ الْحَطَبِ عَلَى ظَهْرِهِ فَيَبِيعَهَا فَيَكُفَّ اللَّهُ بِهَا وَجْهَهُ خَيْرٌ لَهُ مِنْ أَنْ يَسْأَلَ النَّاسَ أَعْطَوْهُ أَوْ مَنَعُوهُ

صحيح البخاري، رقم ١٤٧١

Wenn einer von euch sein Seil nimmt, ein Bündel Brennholz auf seinem Rücken heranträgt und es verkauft, wodurch Allāh (ﷻ) sein Gesicht bewahrt, so ist das besser für ihn, als die Menschen zu bitten, ob sie ihm nun geben oder ihn abweisen.

Ṣaḥīḥ al-Buḫārī, Nr. 1471

Wer auf die Berge geht, Holz sammelt und verkauft, tut besser daran, als andere Menschen zu bitten.

Wer sich genügsam hält, den macht Allāh (ﷻ) reich

Der Prophet (ﷺ) sagt in einem ḥadīth sharīf:

وَمَنْ يَسْتَعْفِفْ يُعِفَّهُ اللَّهُ، وَمَنْ يَسْتَغْنِ يُغْنِهِ اللَّهُ، وَمَنْ يَتَصَبَّرْ يُصَبِّرْهُ اللَّهُ

صحيح البخاري، رقم ١٤٦٩

Wer sich des Bittens enthält, den bewahrt Allāh (ﷻ). Wer sich genügsam hält, den macht Allāh (ﷻ) unbedürftig. Und wer sich in Geduld übt, dem verleiht Allāh (ﷻ) Geduld.

Ṣaḥīḥ al-Buḫārī, Nr. 1469

Wer niemanden bittet, den macht Allāh (ﷻ) reich und lässt ihn nicht bedürftig werden. Wer keusch und würdevoll bleiben will, den macht Allāh (ﷻ) so. Und wer sich mit dem begnügt, was Allāh (ﷻ) ihm gibt, den macht Er (ﷻ) für sich selbst ausreichend.

Wer dagegen Besitz hat und dennoch bittet, hat nach den Worten des Propheten (ﷺ) übermäßig gebettelt. So heißt es in einem ḥadīth sharīf:

مَنْ سَأَلَ مِنْكُمْ وَلَهُ أُوقِيَّةٌ أَوْ عَدْلُهَا فَقَدْ سَأَلَ إِلْحَافًا

سنن أبي داود، رقم ١٦٢٧

Wer von euch bittet, obwohl er eine ūqiyyah oder deren Gegenwert besitzt, der hat in aufdringlicher Weise gebettelt.

Sunan Abī Dāwūd, Nr. 1627

Die Rechte der Bittenden

Der Prophet (ﷺ) sagt, wer wüsste, was das Betteln für das Jenseits bedeutet, der würde niemanden bitten. Dennoch hat ein Bittender ein Recht, selbst wenn er auf einem Pferd daherkommt, und man soll ihm etwas geben. Es heißt auch, wären die Bedürftigen nicht so oft unehrlich, so wäre keiner von denen, die sie abweisen, erfolgreich. Mancher behauptet nämlich fälschlich, er habe dies oder jenes nicht. Wer auf diese Weise lügt, richtet sich selbst zugrunde.

Am Tag der Auferstehung werden Menschen kommen, auf deren Gesicht kein Fleisch mehr ist, weil sie ständig gebettelt haben. Möge Allāh (ﷻ) uns davor bewahren und uns zu Menschen machen, die nicht bitten müssen und die den Bittenden etwas geben.

Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.

Vom Betteln und vom Geben