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tajallī

Lesedauer: 1s

tajallī

 (arabisch: 

تَجَلِّي

wörtl.: 

Erscheinen, Offenbarung, Manifestation

Plural: 

tajalliyāt

 (arabisch: 

تَجَلِّيَات

 ) 

der Prozess, durch den Gott Seine göttlichen Eigenschaften oder Seine Essenz dem Herzen eines spirituell Suchenden offenbart. Es ist kein visuelles „Sehen“ mit den physischen Augen, sondern eine innere, intuitive Erfahrung.

In der mystischen Tradition wird oft zwischen verschiedenen Stufen der Offenbarung unterschieden:

      tajallī der Taten (Afʿāl): Der Suchende erkennt, dass jede Handlung in der Welt letztlich von Gott ausgeht. Er sieht Gott in allem, was geschieht.
      tajallī der Eigenschaften (Ṣifāt): Der Suchende nimmt die göttlichen Attribute (wie Barmherzigkeit, Macht, Wissen) in der Schöpfung wahr.
      tajallī der Essenz (Dhāt): Dies ist die höchste Stufe, bei der der Suchende eine direkte, unbeschreibliche Erfahrung der göttlichen Gegenwart macht. Dies führt oft zu Zuständen wie Fanāʾ (das „Vergehen“ des eigenen Ichs in Gott).

    Ein berühmtes Beispiel für tajallī im Koran ist die Begebenheit mit dem Propheten Moses (Mūsā) auf dem Berg Sinai (sure 7:143): Als Moses Gott bittet, Ihn zu sehen, manifestiert sich Gott in einer Weise, die den Berg erschüttert. Im Sufismus wird dies als die „Offenbarung Gottes“ gedeutet, die die Grenzen des gewöhnlichen menschlichen Fassungsvermögens überschreitet.

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