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Die Lebensweise der Liebenden

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Das Meer der Barmherzigkeit

Lesedauer: 4m 22s

Vortrag von

gehalten am 
23. Mai 2015
 / 
4 Shaʿbān 1436
 in Ayyub sulṭān dargāh

As-salāmu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh.

Aᶜūdhu billāhi mina sh-shayṭāni r-rajīm.
Bismillāhi r-raḥmāni r-raḥīm.

Aṣ-ṣalātu wa s-salāmu ᶜalā Rasūlinā Muḥammadin,
Sayyidi l-awwalīna wa l-ākhirīn.

MadadRasūluLlāh,
madad yā Sādātī Aṣḥābi RasūlaLlāh,
madad yā Mashāyikhanā,
dastūr Mawlānā Shaykh ᶜAbd Allāh al-Fāʾiz ad-Dāghistānī,
Shaykh Muḥammad Nāẓim al-Ḥaqqānī.
Madad.

Ṭarīqatunā ṣ-Suḥbah wa l-Khayru fi l-Jamᶜiyyah.

Möge Allāh diese Versammlungen kontinuierlich machen, in shāʼllāh. Mā shāʾa llāh. Diese Zusammenkünfte sind beständig. Dies ist nicht für jedermann geschrieben. Allāh der Allmächtige hat die Menschen geschaffen und den rechten Weg gezeigt und den guten Weg gezeigt, aber die Menschen kommen doch nicht in Scharen auf diesen Weg. Ihr Ego will es nicht. Shayṭān will es nicht. Hunderte Hindernisse kommen, wenn Menschen versuchen, Gutes zu tun. Es ist so mit jeder Arbeit. Es ist schwer zu tun. Es ist schwer, Gutes zu tun. Man sagt: „Es ist schwer, etwas aufzubauen, aber leicht, zu zerstören.“ Genauso ist es.

Shaykh Effendi und die Shaykhs nehmen uns wie einen groben Felsblock, und nach und nach behauen und formen sie den Stein und bringen eine schöne Gravur zum Vorschein. Sie bringen ein schönes Juwel von uns zum Vorschein und lehren uns. Sie lehren Schönheit und zeigen den Menschen schöne Dinge. So dass Menschen auf diesem Weg als gute Menschen bekannt sind, möchten Shaykhs die meiste Zeit ihre eigenen Muriden und Studenten die besten Manieren (Adab) beibringen. Menschen, die bereit sind, diese Ausbildung anzunehmen, helfen ihrem Shaykh und machen ihren Shaykh glücklich.

Einige Shaykhs nehmen jeden an, wie immer sie auch sein mögen. Die Lehrmethoden und das Training jedes Shaykhs sind anders. Einige Shaykhs nehmen nicht jeden. Einige Shaykhs wie Mawlānā Shaykh akzeptieren alle. Wenn man in einer Welt mit so viel schlechtem Benehmen auf diesen Weg kommt und ein „Allāh“ sagt, sind diese Shaykhs dafür auch schon dankbar. Aber sie haben eine andere Liebe für Brüder und Schwestern (Ikhwān), die gutes Benehmen zeigen und wirklich ihr Ego besiegen.

Viele sagen, dass sie diesen Weg gingen und „unser Shaykh hat uns nichts gesagt“, und sind damit durchgekommen. Mawlānā Shaykh hat alle toleriert, aber Mawlānā Shaykh ist jetzt im Jenseits. Einige dieser Leute bedauern jetzt, andere denken, dass sie Recht haben und machen wie bisher weiter. Wir können diesen Leuten auch nichts sagen.

Diejenigen, die ihrem Shaykh in der Welt gehorchen und ihr Ego reinigen, nicht auf dem schlechten Weg gehen; ohne Heuchelei, aber mit aufrichtiger und wahrer Rechtschaffenheit; mit der Liebe zu Allāh, mit der Liebe zum Propheten und mit der Liebe zu den Auliyāʾ; ihnen gehorchen und tun, was sie sagen, sie werden ihnen im Jenseits näher sein. Die Station eines jeden ist entsprechend den Diensten, die sie geleistet haben, und entsprechend dem Guten, das sie getan haben.

Selbst wenn sie nur einer von tausend Anweisungen Mawlānā Shaykhs gehorchen, werden sie daraus ihren Vorteil haben und ihrem Shaykh im Jenseits näher rücken. Aber ihre Ebene wäre viel weiter entfernt. Doch die Ebene der Menschen, die mit ihrem Shaykh sind, seine Befehle und Anweisungen befolgen und ihren Shaykh nicht dazu bringen, sie ermahnen zu müssen, wird sehr unterschiedlich sein.

Die heilige Rābiᶜa al-ᶜAdawiyya war eine Frau von den Auliyāʾ. Sie pflegte tausend Rakᶜa pro Nacht zu beten. Auf die Frage: „Warum machst du das?“, antwortete sie: „Ich mache das nicht für Belohnungen. Ich mache es nur, damit andere Gemeinschaften es sehen und sagen, dass selbst eine schwache Frau aus der Gemeinschaft unseres heiligen Propheten tausend Rakᶜa pro Nacht betet.“ Was für ein Benehmen! Bestes Benehmen.

Wer weiß, was Leute tun, dass manchmal unser Shaykh ermahnt und kritisiert wurde für das, was sie getan haben. Denn er war tolerant gegenüber Menschen um Allāhs Willen. Je mehr man schlecht über ihn dachte, desto mehr erhöhte Allāh der Allmächtige seinen Stand. Denn der Prophet sagte: „Wenn ein böses Wort gesagt wird, dann steigt dieses Wort auf. Wenn die Person es verdient, geht es zu ihm. Falls nicht, geht es zurück zu dem Mann, der es gesagt hat.“

Mawlānā Shaykh war der Erbe des Propheten. Keine seiner Handlungen war – Allāh bewahre – außerhalb der Sharīᶜa oder der Ṭarīqah. Darum gingen die schlechten Worte gegen ihn zurück zu den Menschen, die sie sagten, und sein Stand wurde höher.

Mawlānā Shaykh würde kein böses Wort zu irgendjemand sagen. Nie kam Fluchen aus seinem Mund. Selbst über Shayṭān sagte er nur: „Möge er finden, was er verdient.“ Allāh sei Dank, hinterließ er gute Dinge für uns, für die Geschwister, für alle Menschen.

Diese Sache, die wir Taṣawwuf und Ṭarīqah nennen, dient der Erfüllung von Allāhs Aufträgen und der Barmherzigkeit gegenüber den Menschen und allen Geschöpfen. Barmherzigkeit beginnt bei den Menschen, denn es geht darum, sie vor der Hölle zu retten.

Es gibt keine Selbstsüchtigkeit in der Ṭarīqah. Wahre Shaykhs sagen nicht: „Lasst sie sterben“, sondern: „Lasst uns sie vor der Hölle retten.“ Sie tun es nicht für materiellen Gewinn, sondern für Allāhs Sache.

Unsere Shaykhs und große Auliyāʾ wie Ḥaḍrat Rūmī möchten alle zum Meer der Barmherzigkeit Allāhs bringen. Dieses Meer ist groß genug für alle. Selbst wenn alle Menschen einen Punkt davon betreten, bleibt noch unendlich viel übrig.

Möge Allāh diesen Glauben (Īmān), diesen Dienst (Ḥidma) und diese Liebe (ᶜIshq) in unsere Herzen legen, in shāʼllāh. Mawlānā Shaykh hinterließ uns wie Samenkörner. Sein Blick verwandelte Herzen, machte Ungläubige zu Gläubigen und Gläubige zu Auliyāʾ.

Sein Blick hatte eine Kraft, die nicht in Maschinen oder Instrumenten zu finden ist. Er ist der Schlüssel zum Herzen. Auch ohne Worte zogen Menschen Nutzen aus seinem Stand. Möge Allāh sein Geheimnis heiligen (qaddasa llāhu sirrah), seinen Rang erhöhen und seine Unterstützung verfügbar machen, in shāʼllāh.

Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.

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