Die vier geistigen Feinde des Menschen
Shaykh ᶜAbdallāh ad-Dāghistānī (qs) pflegte zu sagen: Ein Mensch – und insbesondere ein Muslim – hat vier geistige Feinde. Es sind keine äußerlichen, sondern innere, geistige Feinde: die nafs (das Ego), die dunyā (die Welt), die hawā (die Begierde) und Shayṭān. Und Shayṭān ist dabei der leichteste von ihnen. Die nafs ist der schwerste und gefährlichste.
Der Prophet (ﷺ) sagt: „Deine nafs, die in dir ist, ist dein größter Feind." Man soll dem Feind nicht helfen und ihm nicht geben, was er verlangt. Wenn du sagst: „Du bist mein Feind, aber ich will dir dienen" – dann gibt es kein Ende dabei. Was immer du dem Feind gibst, er wird nicht satt. Wie das Höllenfeuer, das ruft: „Gibt es mehr? Gibt es mehr?" – egal wie viel du hineinwirfst, es hört nicht auf.
Die nafs: unersättlich und gefährlich
Die nafs ist so: Je mehr man ihr gibt, desto mehr verlangt sie. Welche Schlechtigkeiten man ihr auch tut, sie wird es nicht spüren – sie will immer mehr. In dieser Zeit ist es noch schlimmer: Alkohol, Drogen und anderes – möge Allāh (ﷻ) uns bewahren. Zuerst beginnt es klein, dann will man mehr und mehr. Und wenn man gibt, schlägt es einen noch stärker.
Was ist das Heilmittel? Man muss den Feind bezwingen, solange er noch klein ist. Den Kopf des Feindes zertreten. Ihm nicht geben. Nicht nachgeben.
Den Feind besiegen – praktische Ratschläge
Manchmal kommen Familien und sagen: „Unser Kind ist süchtig, was sollen wir tun?" Die Antwort: Gebt ihm kein Geld. Wenn man kein Geld bekommt, kann man die Sucht nicht aufrechterhalten – da besteht noch eine Chance zur Rettung. Wenn die Familie aber gibt, wird es noch schlimmer. Sie haben Angst: „Was wenn er uns anschreit, was wenn er weint?" Doch gerade darum: Nichts geben, von Anfang an.
Kürzlich kam jemand, der dem Glücksspiel verfallen war – was noch schlimmer ist als Drogen. Möge Allāh (ﷻ) uns bewahren. Wer sich befreien will, soll seiner Familie sagen: „Gebt mir auf keine Weise Geld. Sagt auch anderen, dass ich spielsüchtig bin und Hilfe brauche – und gebt mir kein Geld." Das allein hilft schon ein wenig. Langsam, nach Allāhs (ﷻ) Willen und entsprechend der Absicht, rettet Allāh (ﷻ) einen, in shāʾa llāh.
Die nafs ist, wie gesagt, der erste und größte Feind. Diene ihr nicht, erfreue sie nicht, falle ihr nicht in die Hände. Wenn du den Feind besiegst, steigst du auf die höchsten Stufen – du erreichst den Rang des wahren Menschen. Wenn du ihm aber dienst, wirst du niedriger als das niedrigste Tier. Möge Allāh (ﷻ) uns bewahren.
Früher gab es in unseren Dörfern vielleicht einen einzigen Menschen, der trank. Heute ist Alkohol überall, und noch schlimmere Dinge dazu – alles ist voll davon. Möge Allāh (ﷻ) uns helfen, uns bewahren und uns und unsere Familien retten, in shāʾa llāh.



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