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Die Absicht des Gläubigen

Lesedauer: 5m 03s

Vortrag von

Shaykh Muhammad Adil al-Haqqani
gehalten am 
3. Juni 2026
 / 
17. Dhū l-Ḥijjah 1447
 in Famagusta

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السَّلَامُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللَّهِ وَبَرَكَاتُهُ

أَعُوذُ بِاللَّهِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ.
بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَٰنِ الرَّحِيمِ

الصَّلَاةُ وَالسَّلَامُ عَلَىٰ رَسُولِنَا مُحَمَّدٍ
سَيِّدِ الْأَوَّلِينَ وَالْآخِرِينَ

مَدَدَ يَا رَسُولَ اللَّهِ
مَدَدَ يَا سَادَاتِي أَصْحَابَ رَسُولِ اللَّهِ
مَدَدَ يَا مَشَايِخَنَا
دَسْتُورُ مَوْلَانَا الشَّيْخِ عَبْدِ ٱللّٰهِ ٱلْفَائِزِ ٱلدَّاغِسْتَانِيّ
شَيْخُ مُحَمَّدٍ ظَاظِمِ الْحَقَّانِيِّ

طَرِيقَتُنَا الصُّحْبَةُ وَالْخَيْرُ فِي الْجَمْعِيَّةِ

as-salāmu ᶜalaykum wa-raḥmatu llāhi wa-barakātuh

aᶜūdhu bi-llāhi mina sh-shayṭāni r-rajīm
bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm

aṣ-ṣalātu wa-s-salāmu ᶜalā rasūlinā muḥammad
sayyidi l-awwalīna wa-l-ākhirīn

madad yā rasūla llāh
madad yā sādātī aṣḥāba rasūli llāh
madad yā mashāyikhanā
dastūr mawlānā shaykh ᶜAbd Allāh al-Fāʾiz ad-Dāghistānī,
shaykh Muḥammad Nāẓim al-Ḥaqqānī.

ṭarīqatunā aṣ-suḥbah wa l-khayru fi l-jamʿiyyah

Deutsch anzeigen

Der Friede, die Barmherzigkeit und der Segen Allahs seien auf euch.

Ich nehme meine Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Teufel.
Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Gnädigen.

Der Segen und der Friede seien auf unserem Propheten Muhammad,
dem Herrn der Ersten und der Letzten.

Unterstützung, o Gesandter Allahs!
Unterstützung, o meine Meister, Gefährten des Gesandten Allahs!
Unterstützung, o unsere Shaykhs!
Erlaubnis, unser Meister, Shaykh Abdullah al-Fāyiz al-Dāghestānī.
des Lehrers von Shaykh Muḥammad Nāẓim al-Ḥaqqānī

Unser Weg ist die Gemeinschaft und das Gute liegt in der Gemeinschaft.

Allāh (ﷻ) hat die Propheten gesandt, um den Menschen zu zeigen, wie sie aus allem Nutzen ziehen können. Von Ādam (as) bis zu unserem Propheten () haben 124.000 Propheten die Menschen alles gelehrt: wie sie leben sollen, wie sie miteinander umgehen sollen und wie sie das Jenseits für sich gewinnen können. Sie haben vor dem Bösen gewarnt und den Weg gewiesen: „Das ist nicht gut – lass es." Wer auf sie hörte, hatte Erfolg; wer nicht hörte, ging verloren.

Al-ḥamdu li-llāh – diese Zusammenkünfte sind von großer Bedeutung. Aufrichtige Menschen nähern sich anderen mit ganzem Herzen und voller Mitgefühl; sie bemühen sich, ihnen das Gute zu zeigen und sie im dīn zu unterrichten. Ihr gesamtes Bemühen gilt allein der Zufriedenheit Allāhs (ﷻ) – weltliche Interessen spielen dabei keine Rolle. Al-ḥamdu li-llāh, wir wissen, dass Allāh (ﷻ) jedem seinen Unterhalt beschert. Doch leider tun selbst manche gläubigen Menschen alles für ihren eigenen Vorteil. Wenn die Menschen sich dann von der Religion abwenden, klagen sie: „Wie konnte das geschehen?" Es gibt keinen Grund zur Klage. Tu deine Arbeit aufrichtig, bleib auf dem rechten Weg und sei ehrlich – dann wird das Weitergeben des Wissens der größte Nutzen und die höchste Belohnung für dich sein.

Die Absicht und ihre Belohnung

Der Prophet (ﷺ) sagt in einem Ḥadīth sharīf: „Die Absicht des Gläubigen ist mehr als seine Tat." Wenn du dir vorgenommen hast, eine gute Tat zu vollbringen, aber keine Gelegenheit dazu gefunden hast, nimmt Allāh (ﷻ) dies dennoch an. Wenn du das Gute tatsächlich tust, schreibt Allāh (ﷻ) dir das Zehnfache als Belohnung gut. Hast du nur die Absicht, aber keine Möglichkeit zur Ausführung, erhältst du die Belohnung allein für die gute Absicht.

Wenn du die Absicht hattest, etwas Schlechtes zu tun, dich aber besonnen und es gelassen hast, wird es dir nicht als Sünde angerechnet. Wenn du es dennoch tust, wird es nur als eine einzige Sünde vermerkt. Wer danach Reue zeigt und um Vergebung bittet, dem vergibt Allāh (ﷻ) und löscht die Sünde aus. Das ist der Weg des Islāms, der Weg unseres Propheten (ﷺ) – der schönste Weg überhaupt.

Manche Menschen geben ihrem nafs nach und meiden diesen Weg; sie halten die ᶜibādah für zu schwer. Andere sagen: „Das mache ich später" – und bevor sie es merken, ist das Leben vorbei, ohne dass sie etwas getan hätten. Wieder andere tun von Anfang an gar nichts – ihre Lage ist noch schlimmer, denn sie formen nicht einmal die Absicht zum Guten. Wer sagt „Das mache ich später", hatte zumindest die Absicht – in shāʾa llāh wird Allāh (ﷻ) auch ihm aufgrund dieser Absicht vergeben.

Gebet und Fasten

Al-ḥamdu li-llāh, die Tage des ḥajj und des ᶜīdu l-aḍḥā liegen nun hinter uns. Diese gesegneten Monate – Dhū l-Qaᶜdah, Dhū l-Ḥijjah und Muḥarram – sind außerordentlich von Allāh (ﷻ) gesegnet. Sie sind ein Geschenk und eine Gnade Allāhs (ﷻ) an uns. Wir fassen den festen Entschluss, diese Monate mit ᶜibādah zu verbringen, in shāʾa llāh.

Das Gebet ist von immenser Bedeutung. Für jene, die noch nicht beten, hat unser Shaykh einen wunderbaren Rat: „Wer nicht betet, soll täglich mit mindestens zwei rakᶜah beginnen. Er soll diese zwei rakᶜah eine oder zwei Wochen, vielleicht sogar einen oder zwei Monate beibehalten. Wenn er sich daran gewöhnt hat, kann er auf vier rakᶜah erhöhen." Nach weiteren Monaten wird das Bedürfnis von Körper und Seele nach dieser Schönheit von selbst wachsen – und er wird, in shāʾa llāh, schrittweise beginnen, alle fünf täglichen Gebete zu verrichten.

Das Fasten ist ebenso wichtig; es ist eine der grundlegenden Säulen unserer Religion. Viele beten nicht, aber sie fasten – das war früher auch so. Selbst jene, die nicht beteten, fasteten die vollen dreißig Tage im Ramaḍān. Leider geben die Menschen heutzutage selbst das auf. Erfahrene Ärzte hingegen lassen ihre Patienten bewusst fasten, weil es außerordentlich heilsam ist. Der Weg, den Allāh (ﷻ) und unser Prophet (ﷺ) uns gezeigt haben, entspricht genau dem, was der Mensch braucht – er bringt inneren Frieden und Glück in dieser Welt und im Jenseits.

Die Ehrung des Propheten

Das Wichtigste ist, unserem Propheten (ﷺ) Respekt entgegenzubringen und ihn hochzuehren. Kein anderer Mensch kann auch nur annähernd mit ihm verglichen werden. Was wir im Jenseits am meisten brauchen werden, ist seine Fürsprache. Ohne seine (ﷺ) Fürsprache wären wir verloren – möge Allāh (ﷻ) uns davor bewahren.

Leider hat sich heute eine Gruppe von Menschen herausgebildet, die sich für besonders fromm hält. Sie sagen über unseren Propheten (ﷺ): „Er war auch nur ein Mensch wie wir. Du musst dich allein auf deine eigenen Taten verlassen; du brauchst seine Fürsprache nicht." Sie behaupten sogar: „Wer um Fürsprache bittet, begeht shirk." Was sie sagen, ist vollkommen unvernünftig – sie schaden damit sich selbst und anderen. Sie säen Zweifel und flüstern: „Haben wir shirk begangen, weil wir ṣalawāt rezitiert haben?" So entfremden sie die Menschen von der Religion. Solchen Menschen soll man überhaupt nicht zuhören.

Die Mutter als erste Schule

Die beste Schule, die beste Universität – das ist die Mutter selbst. Keine Schule und keine Universität hat einen so großen Einfluss wie die Mutter. Die wahre Schule des Lebens ist die Mutter. Eine Mutter, die ihr Kind aufrichtig liebt und es zu einem guten Menschen mit starkem Charakter erzieht, leistet Unschätzbares. Einen Menschen hervorzubringen, der seinem Land und seinen Mitmenschen nützt, ist weit wertvoller als jede noch so prestigeträchtige Schule.

Schenke der Erziehung deiner Kinder besondere Aufmerksamkeit. Weil du für das Kind sorgst, bedeutet das nicht, dass du ihm bedingungslos zu Diensten sein musst – das Kind muss dir gehorchen. Halte eine gewisse Disziplin aufrecht und gib nicht sofort jedem Wunsch nach. Kinder wissen genau, dass das Herz der Mutter weich ist; sie weinen und quengeln, bis sie ihren Willen bekommen. Lass etwas Zeit verstreichen und gib es ihnen erst später, damit sie lernen, den Wert der Dinge zu schätzen. Jedem Wunsch des Kindes zuvorzukommen, bevor es überhaupt gefragt hat, verdirbt seinen Charakter. Gib Kindern nichts Nutzloses oder Schädliches, und gehe in der Erziehung sehr bewusst vor – möge Allāh (ﷻ) mit euch zufrieden sein, in shāʾa llāh.

Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.

Die Absicht des Gläubigen

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