Das Ende des Shawwāl
Der Shawwāl geht zu Ende — nur noch wenige Tage trennen uns vom Dhū l-Qaᶜdah. Mit ihm beginnen die heiligen Monate, al-ashhuru l-ḥurām. Allāh (ﷻ) hat diese Monate mit besonderer Gnade ausgezeichnet und das Kämpfen in ihnen verboten. Es sind Zeiten, in denen die Hinwendung zu Allāh (ﷻ) besondere Früchte trägt.
Die heiligen Monate und ihre Weisheit
Die heiligen Monate sind der Dhū l-Qaᶜdah, der Dhū l-Ḥijjah und der Muḥarram. Allāh (ﷻ) hat in ihnen das Kämpfen verboten — und die Weisheit dahinter liegt auf der Hand: Die Menschen müssen sicher zur Ḥajj reisen können; niemand darf sie aufhalten oder angreifen. Indem die Wege frei sind, können die Pilger in Frieden zu den Heiligen Stätten gelangen.
In diesen Monaten sind die Belohnungen für gute Werke größer als in anderen Zeiten. Wer die heiligen Monate für Gottesdienst und Erinnerung an Allāh (ﷻ) nutzt, empfängt einen höheren Lohn. Sie sind eine Gelegenheit, sich Allāh (ﷻ) anzunähern und das Herz auf Ihn auszurichten.
Die geistige Einkehr im Ordensweg
Im Ordensweg gibt es die Praxis der Khalwah — der geistigen Einkehr. Die vollständige Einkehr dauert 40 Tage: Der Diener zieht sich zurück, meidet weltliche Ablenkungen und widmet sich ganz dem Gottesgedenken und dem Gottesdienst. Diese vollständige Klausur ist eine große Gnadengabe.
Shaykh Nāẓim (qs) hat seinen Schülern eine erleichterte Form der Einkehr ermöglicht, die dem heutigen Menschen angemessen ist. Sie erstreckt sich vom ersten Dhū l-Qaᶜdah bis zum zehnten Dhū l-Ḥijjah — insgesamt 40 Tage, die dem Pilgermonat vorangehen und in ihm gipfeln. Diese vereinfachte Form ist ein Geschenk Shaykh Nāẓims (qs) an die Gemeinschaft.
Ausführung und Intention
Die vereinfachte Einkehr beginnt mit einer Intention zu einer der folgenden Gebetszeiten: entweder bei saḥar und ishrāq, oder bei ᶜaṣr und maghrib, oder bei maghrib und ᶜishāʾ. Wer diese Intention setzt und sie aufrecht erhält, hat die Einkehr begonnen und nimmt an ihr teil.
Während dieser Tage sollen die Dinge der Welt nicht ablenken. Die innere Ausrichtung auf Allāh (ﷻ) hat Vorrang; weltliche Beschäftigungen sollen so weit wie möglich zurückgestellt werden. Wer die Einkehr ernsthaft vollzieht und sich nicht von der Welt mitreißen lässt, wird Früchte ernten, die über dieses Leben hinausgehen.
Bitte an Allāh
Möge Allāh (ﷻ) uns die heiligen Monate als Zeit der Gnade und inneren Sammlung bescheren. Möge Er uns die Kraft schenken, die Einkehr zu vollziehen und in ihr standhaft zu bleiben — frei von Ablenkungen und Zerstreuungen dieser Welt. Möge Allāh (ﷻ) bald den Mahdī (as) erscheinen lassen und uns in seiner Zeit vereinen — in shāʾa llāh.
Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.



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