Allāh (ﷻ) schwört in Sūrat al-Fajr bei den ersten zehn Nächten des Dhū l-Ḥijjah. Bereits dieser Schwur bezeugt ihre außergewöhnliche Kostbarkeit.
Bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm.
وَالْفَجْرِ وَلَيَالٍ عَشْرٍ وَالشَّفْعِ وَالْوَتْرِ وَاللَّيْلِ إِذَا يَسْرِ هَلْ فِي ذَٰلِكَ قَسَمٌ لِّذِي حِجْرٍ
Beim Morgengrauen! Und den zehn Nächten! Und dem Geraden und dem Ungeraden! Und der Nacht, wenn sie dahinfließt! Ist darin nicht ein Eid für den Verstandesbegabten?
Ṣadaqa llāhu l-ᶜaẓīm.
Diese sūrah endet mit einer frohen Botschaft:
فَادْخُلِي فِي عِبَادِي وَادْخُلِي جَنَّتِي
So tritt ein unter Meine Diener! Und tritt ein in Mein Paradies!
Ṣadaqa llāhu l-ᶜaẓīm.
Der Lohn der gesegneten Tage
Der Prophet (ﷺ) sagt in einem Ḥadīth sharīf:
مَا مِنْ أَيَّامٍ أَحَبُّ إِلَى اللَّهِ أَنْ يُتَعَبَّدَ لَهُ فِيهَا مِنْ عَشْرِ ذِي الْحِجَّةِ يَعْدِلُ صِيَامُ كُلِّ يَوْمٍ مِنْهَا بِصِيَامِ سَنَةٍ وَقِيَامُ كُلِّ لَيْلَةٍ مِنْهَا بِقِيَامِ لَيْلَةِ الْقَدْرِ
Es gibt keine Tage, die Allāh (ﷻ) lieber sind für Seine Verehrung als die zehn Tage des Dhū l-Ḥijjah. Das Fasten eines jeden Tages von ihnen wiegt das Fasten eines Jahres auf, und das Nachtgebet einer jeden Nacht von ihnen entspricht dem Nachtgebet der Laylatu l-Qadr.
Der neunte Tag — der Tag von ᶜArafāt — nimmt dabei den höchsten Rang ein: An ihm stehen die Ḥajj-Pilger in der Ebene von ᶜArafāt, und Allāh (ﷻ) hat diesen Tag für die ummah unseres Propheten (ﷺ) besonders ausgezeichnet. Der Lohn der Pilger und der übrigen Gläubigen werden zusammengeführt und vervielfacht.
Wir befinden uns heute im fünften dieser gesegneten Tage. Allāh (ﷻ) hat uns diese Gunst um des Propheten (ﷺ) willen geschenkt — dafür gebührt Ihm (ﷻ) unser Dank und Preis. Jede gute Tat, jede ᶜibādah und jedes qiyāmu l-layl, das man in diesen Tagen vollbringt, wird so gewertet, als hätte man ein ganzes Jahr lang gebetet.
Manche glauben, qiyāmu l-layl bedeute, die ganze Nacht wach zu bleiben. Doch der Prophet (ﷺ) hat erklärt: Wer nachts zwei rakᶜāt betet, dann schläft und danach zum tahajjud erwacht, dem wird die gesamte Nacht als Gebet angerechnet. Das nächtliche Gebet ist also keine schwere Last. Selbst der Schlaf zählt als ᶜibādah, wenn man in einem Zustand der Reinheit einschläft, beim Erwachen erneut Ablution nimmt und betet. Tausend Dank sei Allāh (ﷻ).
Die größte Ehre
Das Größte, was Allāh (ﷻ) uns geschenkt hat, ist die Zugehörigkeit zur ummah unseres Propheten (ﷺ). Diese Ehre ist mit nichts aufzuwiegen — kein Gold, kein Silber, kein Edelstein und nichts auf der Welt lässt sich damit vergleichen.
Wer ihren Wert nicht kennt, dem hat Allāh (ﷻ) dieses Verständnis nicht gegeben. Solche Menschen verschwenden dieses Geschenk, prahlen damit und verlieren am Ende alles. Schlimmer noch: Sie zeigen Undankbarkeit und begehen damit eine noch schwerere Sünde. Möge Allāh (ﷻ) uns davor bewahren.
In dieser Welt gibt es Gnade und Prüfung. Allāh (ﷻ) hat der ummah Muḥammads (ﷺ) Seine Gnade geschenkt — wir müssen sie erkennen und hüten.
Die Liebe zum Propheten
Shayṭān versucht, die Menschen auf jede erdenkliche Weise zu täuschen. Viele erweisen unserem Propheten (ﷺ) nicht die wahre Ehrerbietung, die ihm gebührt. Dabei ist das Erkennen und Schätzen seines Ranges die höchste ᶜibādah — eine Gnade Allāhs (ﷻ), die wir nicht mindern dürfen.
Die Liebe zum Propheten (ﷺ) erfordert keine körperlichen Strapazen — sie soll im Herzen wohnen. Diese Liebe und dieser Respekt genügen. Er (ﷺ) wird für uns Fürsprache einlegen; seine (ﷺ) Fürsprache wird uns sicher erreichen. Der Prophet (ﷺ) spricht: „Ich werde Fürsprache einlegen." Möge Allāh (ﷻ) uns alle nicht von seiner (ﷺ) Fürsprache fernhalten, in shāʾa llāh.
Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.



Schreibe einen Kommentar