Das Nachtgebet ist herausragend
Allāh (ﷻ) sagt: Die Nacht ist kraftvoller und eindringlicher. Der Prophet (ﷺ) sagt: Das in der Nacht verrichtete Gebet ist angesehener und verdienstvoller als das am Tag verrichtete. Zwei rakaᶜāt in der Nacht bringen die Belohnung von tausend rakaᶜāt am Tag.
Das nächtliche Aufstehen – ob zum tahajjud, zum Reinheitsgebet, zum Dankgebet oder zum Rettungsgebet – ist eine große Gnade. Schon zwei rakaᶜāt tahajjud vor dem Fajr-Gebet genügen, um diese Tugend zu erlangen. Wer mehr verrichten kann, der tue es.
Durch freiwillige Gebete Allāh (ﷻ) nahetreten
Diese Gebete sind der Grund, warum wir Allāh (ﷻ) näherkommen. Allāh (ﷻ) sagt in einem ḥadīth qudsī: „Meine Diener nähern sich Mir durch freiwillige Handlungen – und wenn sie Mir nahe sind, werde Ich ihr Auge, ihre Hand und ihr Mund." Allāhs (ﷻ) Weisheit und Erleuchtung beginnen in einem solchen Menschen zu wirken.
Je schwerer es der nafs fällt, desto größer ist die Belohnung, die Allāh (ﷻ) dafür gibt. Deshalb ist es eine besondere Gnade, in der Nacht aufzustehen, während die anderen Menschen schlafen, und ein freiwilliges Gebet zu verrichten.
Dankbarkeit und Ratschläge
Wer das tahajjud verrichten kann, soll Allāh (ﷻ) dafür danken und loben – damit es nicht abnimmt, sondern zunimmt. Er soll nicht auf andere herabblicken oder sie tadeln, weil sie es nicht tun. Allāh (ﷻ) hat dir es ermöglicht; anderen hat Er es (noch) nicht gegeben. Wenn du sagst „Ich habe gebetet, die anderen nicht" und dabei auf sie herabblickst, gehen deine Gebete verloren. Sei dankbar gegenüber Allāh (ﷻ).
Im Sommer ist es schwieriger: Die Nächte sind kürzer, man geht spät schlafen und bemerkt kaum, dass der Morgen schon anbricht. Doch auch wenn man das tahajjud verpasst, kann man noch vor Sonnenaufgang aufstehen und die verpassten Gebete nachholen – sofern noch Zeit ist. Auf keinen Fall darf man das Fajr-Gebet versäumen.
Wer überhaupt noch kein Gebet verrichtet, soll langsam anfangen. Das Gebet ist äußerst wichtig; es ist eine der Pflichten des Islāms. Und das Nachtgebet ist, wie der Prophet (ﷺ) uns lehrte, ein besonderes Geschenk. Der Prophet (ﷺ) selbst stand die meiste Zeit nachts auf – schon bevor das Gebet zur Pflicht wurde, verbrachte er die Nächte in ᶜibādah. Möge Allāh (ﷻ) uns helfen und diese schönen Dinge dauerhaft über uns kommen lassen, in shāʾa llāh.
Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.



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