Der Prophet (ﷺ„Gott segne ihn und schenke ihm Heil!“) sagt in einem ḥadīthErzählung, Bericht, Mitteilung, Überlieferung sharīfedel, vornehm:
اسْتَوُوا وَلَا تَخْتَلِفُوا فَتَخْتَلِفَ قُلُوبُكُمْ
Stellt euch gerade auf und weicht nicht voneinander ab, sonst weichen auch eure Herzen voneinander ab.
Seid einig und sät keine Zwietracht unter euch. Denn durch Zwietracht werden die Herzen hart und verdorben. Und ist das Herz verdorben, dient jede Tat nur noch dem eigenen Ego; sie geschieht nicht mehr um Allāhs (ﷻ“Möge sein Ruhm groß sein.") Wohlgefallen willen. Wer sein Ego nicht zügelt, findet auf diesem geistigen Weg keinen Platz – ja nicht einmal im wahren Glauben. Die Herzen müssen zusammenhalten, sie müssen eins sein. Wenn man gemeinsam auf dem Weg Allāhs (ﷻ) geht, dürfen die Herzen nicht gespalten sein.
Das Herz nicht vergiften lassen
„Urteilt nicht übereinander: ‚Du bist so, und du bist so‘“, ermahnt der Prophet (ﷺ). Lasst eure Herzen nicht vergiften. Haltet zusammen und steht aufrecht miteinander.
Meist wird dies vor dem Gebet gesagt, besonders von den Imamen an der KaᶜbahWürfel und in Medina – oft allerdings nur aus Gewohnheit. In unserer Rechtsschule wird das takbīrVergrößerung; Maximierung eigentlich gleich gesprochen, sobald die iqāmahErrichtung gerufen wird. So ist es bei den Ḥanafiten. Bei anderen mag es anders sein, doch bei uns beginnt das takbīr bei den Worten „Qad qāmati ṣ-ṣalāh“. Der Imam spricht es dann einfach; in unserer Rechtsschule muss man die Reihen nicht mündlich ermahnen, in anderen vielleicht schon. Grundsätzlich gilt diese Ermahnung aber vor allem außerhalb des Gebets: Haltet zusammen, bleibt aufrichtig und weicht nicht vom Weg ab. Folgt nicht euren Launen.
Wer nur Zwietracht im Sinn hat
Wenn ihr schon hierherkommt, dann lasst euch von shayṭānTeufel nicht um Lohn und Segen bringen. Und wenn ihr nur Zwietracht im Sinn habt, bleibt besser ganz fern. Wollt ihr euch entfernen oder einen Groll hegen, müsst ihr keine Zwietracht säen und die Herzen anderer vergiften. Denn wo Spaltung herrscht, wird das Herz verdorben. Auf das Herz kommt es an: dass es rein und aufrichtig bleibt und keinen Groll und keinen Hass gegen die Brüder und Schwestern hegt. Das ist der Kern des Glaubens – und der geistige Weg dient allein dazu, genau dies zu verinnerlichen. Für nichts anderes; gewiss nicht zum Streiten.
Möge Allāharabischer Name Gottes (ﷻ) uns bewahren – doch shayṭān schleicht sich überall unter die Muslime ein. Selbst auf dem besten Weg versucht er ständig, Uneinigkeit zu stiften. Möge Allāh (ﷻ) uns zur Besinnung bringen. Leider hat er damit oft Erfolg: Muslime liegen im Streit mit Muslimen, sogar Gefährten wenden sich gegeneinander. Möge Allāh (ﷻ) helfen und uns die Augen öffnen.
Das Ego überwinden
Wer diesen Weg geht, muss sein Herz rein halten: keinen Hass gegen andere hegen und stets das Gute in ihnen sehen. Wenn das Ego schmollt: „Er hat dies getan, jener hat das getan!“, dann sage ihm: „Du selbst verdienst weit Schlimmeres.“ Kommt Kritik auf uns zu, dann ist sie zu Recht verdient. Der andere hat recht – schauen wir lieber darauf, uns selbst zu verbessern. Wir sollen unser Ego nicht aufblähen, sondern es überwinden.
Möge Allāh (ﷻ) uns dabei beistehen. Mögen solche Zusammenkünfte wachsen, in shāʾa llāh"So Gott will.", möge die Liebe zunehmen und mögen unsere Herzen rein werden.
Wa min Allāhi t-tawfiq"Und von Gott kommt der Erfolg.". al-fātiḥahEröffnung.



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