Bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm.
وَأَحْسِنُوا ۛ إِنَّ اللَّهَ يُحِبُّ الْمُحْسِنِينَ
Und handelt gut; Allāh (ﷻ) liebt wahrhaftig die Wohltäter.
Ṣadaqa llāhu l-ᶜaẓīm.
Der geistige Weg als Schule guten Benehmens
Die ṭarīqah lehrt die schönsten Seiten des Islāms. Wer dem Weg Allāhs (ﷻ) und unseres heiligen Propheten (ﷺ) folgt — dem Weg der ṭarīqah —, wird ein guter Mensch und bildet eine schöne Gemeinschaft. Dieser Weg ist der Weg des adab, des rechten Benehmens.
Früher wurde adab überall gelehrt: in Schulen und im gesellschaftlichen Leben. Es gab Unterrichtsfächer namens »adabu l-muᶜāsharah« — Etikette und gesellschaftlicher Umgang —, in denen gelehrt wurde, wie man sich verhält, was man tun und lassen soll, wie man sitzt und aufsteht. Heute ist das verschwunden; es findet sich nur noch in der ṭarīqah — und auch dort unvollständig, denn die Menschen handeln immer noch nach eigenem Gutdünken.
Was gutes Benehmen bedeutet
Man muss wissen, wie man Menschen begegnet, was man tun und lassen soll, wie man sitzt und aufsteht, wie man kommt und geht — mit oder ohne Erlaubnis. Allāh (ﷻ) hat all das unserem heiligen Propheten (ﷺ) gelehrt, und dieser (ﷺ) hat es seiner ummah weitergegeben. Auf diesem schönen Weg ist nicht nur die ᶜibādah wichtig, sondern auch das Verhalten. Stimmen Handlungen und Haltungen mit der sunnah des heiligen Propheten (ﷺ) überein, entsteht Schönheit unter den Menschen — und Allāh (ﷻ) belohnt sie dafür.
Man spricht heute von »Höflichkeit«. Wer höflich und würdevoll handelt, erhöht seinen eigenen Stand und Rang — er wird groß in den Augen Allāhs (ﷻ). Fehlt der adab, wenn jemand nicht auf Sitzen und Stehen achtet und nach eigenem Willen handelt, werden ihn die Menschen nicht respektieren, nicht mögen — vielleicht sogar ablehnen. Daher muss man achtsam sein.
Anstand ist keine Schande
»adab al-Muᶜāsharah« ist keine Schande. Doch heute gilt er vielen als solche. Man rät den Menschen: Handle, wie du willst. Kümmere dich um nichts. Respektiere niemanden, ehre niemanden — tu, was dir beliebt.
Das ist keine Erziehung zum guten Benehmen, sondern Erziehung zur Respektlosigkeit. Fehlendes Benehmen ist nichts Gutes. Möge Allāh (ﷻ) uns davor bewahren.
Die Menschen von heute haben einen völlig anderen Zustand. Die alten Menschen sind gegangen — jene, bei denen es Respekt, Zuneigung und Verbundenheit gab. Heute ist sich kaum jemand dieser Werte bewusst; man tut sogar das genaue Gegenteil. Daher gibt es keinen Frieden, keine Zuneigung unter den Menschen — ein schlechtes Miteinander entsteht.
Eine schöne Gemeinschaft und eine gute Gesellschaft lassen sich aufbauen durch den adabu l-muᶜāsharah, durch gutes Benehmen und freundlichen Umgang miteinander. Möge Allāh (ﷻ) die Menschen leiten und mögen sie Gutes lernen, in shā'a llāh. Das Gute erlangt man durch den Weg der ṭarīqah, in shā'a llāh. Möge Allāh (ﷻ) uns allen helfen.
Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.



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