Bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm.
إِنَّ عِدَّةَ الشُّهُورِ عِنْدَ اللَّهِ اثْنَا عَشَرَ شَهْرًا فِي كِتَابِ اللَّهِ يَوْمَ خَلَقَ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ
Wahrlich, die Zahl der Monate ist bei Allāh zwölf Monate, festgelegt im Buche Allāhs an dem Tag, da Er die Himmel und die Erde erschuf.
Das Jahr besteht bei Allāh (ﷻ) aus zwölf Monaten. Alles, was Allāh, der Erhabene, in Seiner Weisheit erschaffen hat, entsteht durch das Geheimnis von „Kun fa-yakūn" – „Sei, und es ist." Wenn der Herr „sei" spricht, geschieht es; spricht Er „sei nicht", hört es auf. Alles unterwirft sich Seinem Willen.
Wie Allāh, der Erhabene, verkündet hat, liegen die Geheimnisse des gesamten Universums im edlen Qurʾān verankert. Allāh, der Erhabene, hat das Jahr auf zwölf Monate festgelegt und alles nach einer überaus präzisen Berechnung erschaffen. Nichts geschieht von selbst oder durch bloßen Zufall. Jeder dieser Monate trägt seine eigene, besondere geistige Wirkung.
Al-ḥamdu li-llāh, wir haben erneut den Monat Ṣafar erreicht. Man sagt, der Monat Ṣafar sei ein „schwerer Monat", weshalb er auch „Ṣafaru l-Khayr" – der Monat, der Gutes erhofft – genannt wird. Möge er, in shāʾa llāh, viel Gutes bringen und das Böse von uns fernhalten.
Die Menschen wissen heutzutage kaum noch etwas über diese geistigen Wahrheiten. Sie kennen den wahren Stand der Dinge nicht und begnügen sich mit einem sehr oberflächlichen Verständnis von Bildung. Früher schickte man die Kinder nur für wenige Jahre zur Schule, das war alles. Heute heißt es: „Sie müssen zur Universität, dies und das studieren" – doch aus all diesem Wissen ziehen sie keinen geistigen Nutzen. Sie kennen nur das, was man ihnen zeigt; alles darüber hinaus lehnen sie entweder ab, oder sie wissen schlicht nichts davon.
Diese Monate aber sind von großer Bedeutung; die Menschen sollten um sie wissen. Wie Allāh, der Erhabene, den Menschen erschaffen hat und wie ein wahrer Diener Allāhs sein sollte – das müssen sie sich unbedingt zu eigen machen. Man muss wissen, welche Monate gesegnet und welche etwas herausfordernder sind. Denn hinter allem liegt eine Weisheit, und jeder Monat trägt seine eigenen Aufgaben.
Die Aufgabe dieses gesegneten Monats
Da dieser Monat etwas mehr Gewicht trägt, bringt er auch eigene Pflichten mit sich, die es zu erfüllen gilt. Damit Allāh uns beschützt, ist es unerlässlich, diese geistigen Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen. So verwandelt sich Böses in Gutes; mit Allāhs Erlaubnis werden schlechte Dinge in gute verwandelt.
Diese Aufgaben sind jene Formen der ᶜibādah, von denen stets die Rede ist und die in allen religiösen Quellen festgehalten sind. Die wichtigste unter ihnen ist zweifellos die sadaqah, das Almosengeben. Unser Prophet (ﷺ) maß der sadaqah außerordentlich große Bedeutung bei.
اتَّقُوا النَّارَ وَلَوْ بِشِقِّ تَمْرَةٍ، فَمَنْ لَمْ يَجِدْ فَبِكَلِمَةٍ طَيِّبَةٍ
Bewahrt euch vor dem Höllenfeuer, und sei es nur mit einer halben Dattel als Almosen; wer auch das nicht findet, der tue es mit einem guten Wort.
Damals konnten die Menschen, ja sogar unser Prophet (ﷺ) selbst, zwei Tage ohne Nahrung auskommen und sich mit nur einer Dattel begnügen. Heute würde einem Menschen nicht einmal eine halbe Dattel genügen; den Menschen von heute reicht nicht einmal ein halbes Kilo.
Darum: Wie gering die Summe auch erscheinen mag, gebt eure sadaqah und spendet. Haltet euer Almosen nicht für wertlos. Gebt, was immer ihr entbehren könnt, sei es Geld oder etwas anderes. Denn die sadaqah wehrt Unheil und Unglück ab und verlängert das Leben. Gerade weil der gegenwärtige Monat ein schwerer Monat ist, darf das Almosengeben unter keinen Umständen vernachlässigt werden.
Reue, Vergebung und das Recht der Mitmenschen
Darüber hinaus sollte man reichlich Reue zeigen und um Vergebung bitten – tawbah und istighfār; denn auch die Reue hält Unheil von uns fern. Um Vergebung zu bitten ist ein Heilmittel für jedes Leid. Es ist von größter Wichtigkeit, sich Allāh zuzuwenden und allein Ihn um Hilfe zu bitten.
Sagt niemals: „Wir haben so viele Sünden begangen, Allāh wird uns dafür nicht mehr vergeben." Allāh vergibt, denn Allāh ist der Allvergebende. Angesichts der geistigen Schwere dieses Monats sollte die Reue und das Bitten um Vergebung noch weiter verstärkt werden.
Wurde das Recht eines Mitmenschen (ḥaqqu l-ᶜibād) verletzt, so befreit man sich von dieser schweren Last, indem man dieses Recht seinem rechtmäßigen Träger zurückgibt. Das Recht der Mitmenschen ist eine überaus ernste Angelegenheit. Das Recht Allāhs wiegt leicht, doch die Schuld gegenüber den Mitmenschen wiegt sehr schwer.
Allāh vergibt die Verfehlungen, die gegen Ihn selbst begangen wurden; doch solange der Geschädigte nicht vergibt, vergibt Allāh dieses Unrecht ebenfalls nicht. Man muss dem Betroffenen sein Recht notwendigerweise zurückgeben und ihn um Vergebung bitten. Möge Allāh uns alle davor bewahren, das Recht eines anderen zu verletzen.
Letztlich ist auch dies ein schöner Monat; wenn ein Mensch mit Allāh verbunden ist, ist alles schön. Wie schon der gesegnete Yunus Emre sagte: „Alles, was von Dir kommt, ist schön." Da alles von Allāh kommt, ist es im Kern stets schön. Dieser Monat ist schön, die anderen Monate sind schön; und in shāʾa llāh werden auch die kommenden Monate schön sein.
Auf diesen Monat folgt schließlich der Monat unseres Propheten, Rabīᶜu l-Awwal. Möge Allāh unsere Tage verschönern und unser Leben mit īmān erfüllen. Wenn man mit īmān lebt, ist mit Allāhs Erlaubnis alles schön.



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