Unser geliebter Prophet (ﷺ„Gott segne ihn und schenke ihm Heil!“) sagte, dass in der Endzeit das Wissen abnehmen und sich die selbsternannten Gelehrten vermehren werden. Das bedeutet, dass es in der Endzeit weit zu viele Menschen geben wird, die viel von sich selbst halten. Sie verbreiten falsche Lehren und fehlerhafte Informationen, die die Menschen am Ende in die Irre führen.
Die schwere Last der falschen Gelehrten
Diese sogenannten Gelehrten, die Gelehrten des Übels, tragen am Ende eine furchtbare geistige Last. Es gibt heute so viele von ihnen. Sie fällen religiöse Urteile allein nach ihren eigenen Launen, sie sprechen nur, um ihre persönlichen Begierden oder weltlichen Interessen zu befriedigen. Das ist die Wirklichkeit der Endzeit, genau die Zeit, in der wir gerade leben. Jeder plappert einfach heraus, was ihm gerade in den Sinn kommt. Sie täuschen sogar sich selbst und denken: „Ich muss recht haben – seht nur all die Menschen, die mich um Rechtleitung und Rat bitten." Damit verbrennt dieser Mensch seine Seele mit einer schweren Rechenschaftspflicht, die auf seinen Schultern lastet.
Das Vorbild Imām Māliks
Und genau deshalb sagten selbst die größten Gelehrten des Islams bereitwillig: „Ich weiß es nicht." Immer wenn sie auf etwas stießen, das sie nicht wussten, sagten sie einfach: „Ich weiß es nicht." Einst kam jemand mit einer Reihe von Fragen zu ImāmVorsteher, Vorbild, Richtschnur, Anführer Mālik, dem Begründer der mālikitischen Rechtsschule. Ihm wurde eine Reihe von Fragen gestellt, und Imām Mālik antwortete: „Ich weiß es nicht." Berichten zufolge antwortete er von fünfzig Fragen bei fünfunddreißig mit „Ich weiß es nicht". Man war erstaunt: „Wie kannst du es nicht wissen?" Imām Mālik erwiderte: „Ich weigere mich, die Verantwortung vor Allāharabischer Name Gottes (ﷻ“Möge sein Ruhm groß sein.") dem Allmächtigen zu tragen. Weiß ich etwas nicht, gebe ich zu, dass ich es nicht weiß."
„Ich weiß es nicht" sagen zu können, ist eine große Tugend. Es ist nicht nur ein Zeichen der Demut, sondern ein großes Verdienst. Gibt jemand seinem Ego nach und antwortet blindlings, nur um nicht unwissend zu erscheinen, lädt er eine schwere Sünde auf sich. Wisst ihr also etwas nicht, müsst ihr nachforschen und jene fragen, die es wissen. Denn heutzutage gibt es viel zu viele Menschen, die über alles Urteile fällen und Antworten aus dem Nichts erfinden.
Das Gewicht der geistigen Verantwortung
Die geistige Verantwortung und Last, die das mit sich bringt, ist gewaltig. So viele unvorstellbare, bizarre Aussagen und haltlose Urteile werden verbreitet, dass es einen ganzen Tag dauern würde, sie alle aufzuzählen. Deshalb müsst ihr äußerst vorsichtig sein. Ladet euch niemals eine solche Last auf.
Wie schwer ist diese Last? Würde euch jemand hundert Kilo auf den Rücken legen, würde es euch niederdrücken; fünfhundert Kilo würden euch völlig zerstören. Doch das Gewicht der geistigen Verantwortung ist weit schwerer als das. Ihr seht es jetzt vielleicht nicht, doch seine Last ist so erdrückend, dass ihr es im Jenseits zutiefst bereuen werdet.
Fragt euch jemand in dieser Welt um ein religiöses Urteil, verweist ihn an einen muftīislamischer Rechtsgelehrter, der zur Erteilung von fatwā (Rechtsgutachten) befugt ist oder einen qualifizierten Gelehrten. Setzt niemals eure eigene Seele aufs Spiel, indem ihr über Dinge sprecht, die ihr nicht versteht – sei es Erbschaft, häusliche Angelegenheiten oder finanzielle Streitigkeiten. Haltet euch aus solchen Dingen heraus. Haltet euch aus Dingen heraus, von denen ihr nichts wisst, und sagt einfach: „Ich weiß es nicht." Sagt ihr „Ich weiß es nicht", befreit ihr euch von dieser erdrückenden Last.
Sprecht ihr hingegen nur aus Ego, aus Sorge darüber, was die Leute denken werden, erinnert euch an das, was man zum großen Imām Mālik sagte: „Wie kannst du es nicht wissen, wo du doch als ein so bedeutender Gelehrter geachtet wirst?" Imām Mālik erwiderte: „Ich weigere mich, die Last der Verantwortung vor meinem Herrn zu tragen." Und doch predigt heute eine gänzlich unwissende Schar, die sich selbst Gelehrte nennt, der Gemeinschaft, um sie rechtzuleiten, nur um am Ende sowohl sich selbst als auch alle anderen in die Irre zu führen.
Möge Allāh (ﷻ) der Allmächtige unsVertrautheit, Geborgenheit in Gott bewahren. Möge Allāh (ﷻ) der Allmächtige uns alle vor solchen Menschen bewahren und vor jenen, die von ihrem eigenen Ego beherrscht werden.
Wa min Allāhi t-tawfiq"Und von Gott kommt der Erfolg.". al-fātiḥahEröffnung.



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