Bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm.
وَالْفَجْرِ وَلَيَالٍ عَشْرٍ
Beim Morgengrauen und bei den zehn Nächten!
Ṣadaqa llāhu l-ᶜaẓīm.
Allāh (ﷻ) schwört bei diesen zehn Tagen — den zehn Tagen des Dhū l-Ḥijjah. Er (ﷻ) ehrt diese gesegneten Tage durch den Schwur bei ihnen.
Die gesegneten zehn Tage des Dhū l-Ḥijjah
Es gibt besondere Tage und Nächte, die Allāh (ﷻ) unserem Propheten (ﷺ) und seiner Ummah geschenkt hat, damit sie mehr Segen empfangen und mehr Lohn verdienen können. Diese Tage sind gesegnet für die Muslime, die Gläubigen und jene, die den rechten Weg kennen. Shukr an Allāh (ﷻ) — heute ist der erste Tag des Dhū l-Ḥijjah; diese gesegneten Tage erstrecken sich bis zum zehnten Tag.
Wer möchte, kann diese Tage fasten — es ist ein sehr gutes Werk mit großem Lohn. Man kann alle Tage bis zum neunten fasten, oder zumindest den achten und neunten Tag. Es ist weder farḍ noch wājib, sondern sunnah — ein Geschenk Allāhs (ﷻ). Es gilt, dieses Geschenk zu schätzen und zu würdigen.
Pflicht und Sunnah nicht verwechseln
Manche Menschen verwechseln farḍ und sunnah: Sie vernachlässigen das farḍ und verrichten stattdessen das sunnah. Manche fasten nicht im Ramaḍān, aber dafür in den Tagen des Dhū l-Ḥijjah oder des Muḥarram. Doch kein sunnah-Akt kann ein farḍ ersetzen. Man muss daher vorsichtig sein — während man glaubt, etwas Gutes zu tun, begeht man tatsächlich eine Sünde: Das farḍ aufzugeben und stattdessen sunnah zu verrichten ist Ungehorsam.
Allāh (ﷻ) hat in beidem ein Geschenk gegeben. Zuerst muss man das farḍ erfüllen. Verrichtet man danach das sunnah und die nāfilah, hat man doppelt gewonnen. Das ist der richtige Weg.
Die Täuschung des Shayṭān
So täuscht Shayṭān die Menschen: Er flüstert ein, diese Tage seien im Quran mit großer Tugend erwähnt — „Allāh (ﷻ) selbst hat ihre Vorzüge offenbart, also reicht mir das. Der Rest ist unwichtig" — und die Menschen tun, was ihnen beliebt. Doch selbst wenn man ein ganzes Leben lang sunnah verrichtet, ersetzt das niemals ein einziges farḍ. Und nicht nur das: Es gibt auch Rechenschaft dafür, das farḍ aufgegeben zu haben — im Jenseits steht darauf eine Strafe. Möge Allāh (ﷻ) uns davor schützen.
Möge Allāh (ﷻ) diese Tage für uns mit barakah und Segen füllen. Die meisten Ḥajj-Pilger sind bereits abgereist, andere noch auf dem Weg — möge ihr Ḥajj angenommen und leicht sein, in shā’a llāh. Möge der Segen dieser Tage auf uns allen und auf der gesamten islamischen Welt ruhen. Möge Allāh (ﷻ) uns vor solchen Abweichungen schützen, in shā’a llāh.
Wa min Allāhi t-tawfiq. al-fātiḥah.



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