Unser Prophet (ﷺ) lehrt, dass jeder Mensch eine nafs hat – und gibt man ihr freien Lauf, wird sie niemals zufrieden sein. Die nafs ist unersättlich: Wie viel man ihr auch gibt, sie verlangt immer mehr. Man sagt, sie sei schamlos und dreist – und genau das trifft zu.
Wenn das Ego zum Pharao wird
Die nafs des Menschen ist so gewaltig, dass sie, bekommt sie die Gelegenheit dazu, der nafs Pharaos gleichen kann. Pharao betete seine eigene nafs an, und am Ende ließ er sein Volk sich selbst und seine nafs anbeten. So groß ist die nafs des Menschen – gibt man ihr freien Lauf, kann sie jedes Maß sprengen. Deshalb darf man ihr von Anfang an, solange sie noch klein ist, keine Gelegenheit geben.
Man sollte ihr, soweit es irgend geht, nicht geben, was sie verlangt; selbst wenn etwas notwendig ist, sollte man es hinauszögern, denn die nafs will alles auf der Stelle. Das gilt natürlich für die Dinge dieser Welt.
Die Falle der Konsumgesellschaft
Besonders in unserer Zeit hat man eine sogenannte Konsumgesellschaft geschaffen. Überall drängt man den Menschen alles auf, Gutes wie Schlechtes, und sagt: „Kauf dies, kauf das.“ Und die nafs bemüht sich, so viel wie möglich davon an sich zu reißen.
Manches davon ist sichtbar und greifbar, doch es gibt auch Dinge, die unsichtbar sind und den Menschen eingepflanzt werden, ohne dass sie es merken. Man lässt das Böse als gut erscheinen, indem man sagt: „Das wirst du tun, jenes wirst du tun“, bis die Menschen schließlich das Böse für gut halten und Dinge normalisieren, die Allāh (ﷻ) verboten und zu ḥarām erklärt hat.
Das Ego beherrschen
Deshalb ist es notwendig, der nafs diese Gelegenheit nicht zu geben. Die nafs muss beherrscht werden. Ein Mensch darf kein Sklave seiner nafs sein, damit er sie überwinden und ihr überlegen sein kann. Ist die nafs überlegen, sind alle Mühen vergebens – es endet wie bei Pharao: ein Leben, das am Ende keinen Sinn erfüllt.
Möge Allāh (ﷻ) uns bewahren. Möge Er verhüten, dass wir unser Leben zugrunde richten, in shāʾa llāh. Möge Allāh (ﷻ) uns bewahren und uns vor dem Übel unserer eigenen nafs, dem Übel Shayṭāns und allen Übeln beschützen, in shāʾa llāh.
Sklaven des eigenen Egos
Möge Allāh (ﷻ) der Ummah Muhammads (ﷺ) helfen. Denn wir leben in der Endzeit, und ein jeder steht unter dem Befehl seiner nafs. „Willkommen, was dürfen wir heute für dich tun? Wie du befiehlst, jawohl, wir tun es. Lass uns diese gute Tat vollbringen“ – „Nein, tu es nicht“ – „Gut, dann lassen wir es.“ „Lass uns diese schlechte Tat begehen“ – „Lass uns auch das tun“ – „Lass uns diese Sünde begehen“ – „Gut, tun wir auch das.“ Was immer die nafs sagt, man sagt „Ja“ dazu – so ist die Ummah Muhammads, diese Ummah der Endzeit, von morgens bis abends zum Diener ihrer nafs geworden: Was immer diese verlangt, antworten sie: „Wir stehen zu deinen Diensten, wir werden es tun.“
Möge Allāh (ﷻ) uns helfen. Möge Allāh (ﷻ) uns allen helfen und uns den ṣāḥibu z-zamān, den erwarteten Mahdī, senden. Möge Er (ﷻ) uns alle, die Ummah Muhammads, vor diesen Übeln bewahren, in shāʾa llāh.



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