Höre und verstehe – dies sind gesegnete Worte, die vermutlich Sayyidinā Abū Bakr oder Sayyidinā ᶜUthmān zugeschrieben werden, kein Ḥadīth:
اسْمَعُوا وَعُوا… فَانْتَفِعُوا
Hört zu und begreift… dann werdet ihr Nutzen daraus ziehen.
Wenn du es verstehst, wirst du davon profitieren. Denn die Menschen hören zwar zu, doch sie verstehen nicht. Sie reden nur, ohne aus dem Gesagten irgendeinen Nutzen zu ziehen. Deshalb sagen diese gesegneten Worte: „Höre und verstehe." Handle nicht, ohne zu verstehen. Wenn du verstehst, ziehst du wirklichen Nutzen aus dem, was du hörst.
Zuhören, um zu verstehen – nicht um zu antworten
Die meisten Menschen kommen nur, um zu sagen, was sie ohnehin schon im Sinn haben. Dabei verstehen sie weder, was der andere sagt, noch ziehen sie irgendeinen Nutzen daraus. Wenn du also andere um Rat, Wissen oder eine Meinung bittest, höre aufmerksam zu und versuche, es zu begreifen. Verstehen macht die Dinge sehr viel leichter. Du solltest nicht nach dem suchen, was du hören willst, sondern nach dem, was notwendig ist.
Die Menschen sind heutzutage in festgefahrenen Denkmustern gefangen und erwarten, dass der andere genau dasselbe sagt. Stimmt der andere zu, ist für sie alles in Ordnung. Dabei verstehen sie oft selbst nicht, wovon sie sprechen, was sie wollen, was sie fragen oder welche Antwort sie erhalten. Selbst wenn es ihre eigene Idee ist, wissen sie oft nicht einmal, was sie eigentlich bedeutet.
Verstehen mit Herz und Verstand
Deshalb muss man aufmerksam sein. Man muss wirklich begreifen, was gesagt wird. Nur wenn man es versteht, hat man einen Nutzen davon; versteht man es nicht, ist es vollkommen nutzlos. Genau deshalb gibt es diese Unterweisungen. Allāh (ﷻ) hat den gewaltigen Koran herabgesandt; er ist ein gesegnetes und heiliges Wort, das Wort Allāhs (ﷻ).
Warum es einen Scheich oder Gelehrten braucht
Um ihn richtig zu verstehen, braucht man unbedingt einen Scheich oder einen Gelehrten. Man kann ihn nicht einfach nach eigenen Vorstellungen auslegen. Heutzutage treten manche Besserwisser auf und sagen: „Wir lesen und verstehen das selbst, es braucht keinen Madhhab und keine ṭarīqah, wir verstehen das ganz allein." Doch das könnt ihr nicht.
Wie bereits gesagt: Ihr versteht weder, was ihr fragt, noch die Antwort, die ihr darauf erhaltet. Ihr setzt euch etwas zusammen und behauptet: „Ich habe es verstanden", doch dies sind lediglich die Einflüsterungen Shayṭāns. Möge Allāh (ﷻ) uns davor bewahren.
Möge Allāh (ﷻ) uns zu jenen machen, die wahrhaft verstehen. Mögen sich unser Verstand und unser Herz öffnen. Man muss nicht nur mit dem Verstand, dem Intellekt und dem Kopf begreifen, sondern auch mit dem Herzen. Möge Allāh (ﷻ) all unsere Herzen öffnen, damit wir, in shāʾa llāh, die Wahrheit erkennen.



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