Möge es gesegnet sein, mā shāʾa llāhwas Allāh gewollt hat (so ist es geschehen). War heute das erste Freitagsgebet hier? Möge es voller barakahSegen, Wohlstand, Barmherzigkeit und Gutes sein, in shāʾa llāh"So Gott will.". Möge Allāharabischer Name Gottes (ﷻ“Möge sein Ruhm groß sein.") gewähren, dass dieses Freitagsgebet an jenes erste anknüpft, das der Prophet (ﷺ„Gott segne ihn und schenke ihm Heil!“) auf dem Weg nach Medina verrichtete, und möge uns sein Lohn ebenfalls zuteil werden.
Seht, wir befinden uns hier mitten im Unglauben. Möge dieser Ort, solange noch Zeit bleibt, den Menschen den Weg zur Rechtleitung ebnen.
Der einzige wahre Weg
Die einzige wahre Religion bei Allāh (ﷻ) ist der IslamAufleuchten, Erstrahle, Aufgehen (der Sonne). Von ĀdamAdam (as)„Auf ihm sei Frieden!“ bis zum Tag der Auferstehung gibt es vor Ihm keine andere Religion. Alle Propheten bezeugten: „Wir gehören zu denen, die sich Allāh unterwerfen", wie es auch im KoranLesung, Rezitation, Vortrag ausdrücklich steht. Alle göttlichen Schriften vor dem Koran verkündeten dieselbe Wahrheit: dass es neben der göttlichen Wahrheit keinen anderen Glauben gibt.
Fragt man nun: „Was bedeutet Religion eigentlich, und warum ist der Islam der einzige Weg?" – weil die Religion im Kern aus Aufrichtigkeit und gutem Rat besteht. Und was bedeutet guter Rat? Guter Rat heißt, stets das zu empfehlen, was richtig, gut und nützlich ist. Man fragt: „Wie bringe ich mein Leben in Ordnung, wie gelingt es mir?", und der andere weist auf den rechten Weg. Wer Gutes will und ein aufrichtiger Mensch sein möchte, sucht solchen Rat.
Alle Gebote und Ratschläge der Religion drehen sich ohnehin nur um das, was gut und nützlich ist. Gewiss fragt niemand um Rat mit den Worten: „Wie kann ich Schaden anrichten?" Niemand geht zu einem Weisen und fragt: „Wie soll ich Böses tun, wie stehle ich oder betrüge andere?" Das nennt man nicht Rat; einander beim Bösen zu helfen ist schlicht Mittäterschaft. Sucht jemand Rat, um Böses zu tun, und man hilft ihm dabei, sind beide, wenn sie ertappt werden, gleichermaßen schuldig. Genau deshalb sind Moschee und dergāhRückzugsort, Schutz, Asy Orte des Guten und der Rechtschaffenheit: gesegnete Orte, an denen man lernt, was gut ist, und an denen Wahrheit und Gerechtigkeit verbreitet werden.
Schulden schriftlich festhalten
Unsere Religion stärkt das geistige Leben, regelt aber ebenso klar, wie wir im Alltag miteinander umgehen sollen. So heißt es im Vers aus der heutigen Freitagspredigt:
Bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm"Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Gnädigen.".
يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِذَا تَدَايَنتُم بِدَيْنٍ إِلَىٰ أَجَلٍ مُّسَمًّى فَاكْتُبُوهُ
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr einander eine Schuld auf eine bestimmte Frist eingeht, dann schreibt sie nieder.
Ṣadaqa llāhu l-ᶜaẓīmAllāh, der Erhabene, hat die Wahrheit gesprochen..
Der heilige Koran mahnt uns: Haltet eure Geschäftsvereinbarungen schriftlich fest – abgesehen von alltäglichen Kleinigkeiten – und lasst sie bezeugen. Doch warum gebietet uns der Schöpfer das? Könnte man vielleicht denken: „Was hat Religion mit Handel und Finanzgeschäften zu tun?" Ganz im Gegenteil: Genau hier liegt das Fundament des Glaubens – niemals die Rechte anderer zu verletzen und die eigenen Rechte nicht zu verspielen. Bist du nachlässig, führst du deinen Bruder in die Sünde und verlierst am Ende dein eigenes Vermögen. Wer keine Vorsorge trifft, trägt Mitschuld, wenn der andere sich unrechtmäßig (ḥarāmverboten) bereichert.
Sich bloß auf ein mündliches Versprechen zu verlassen und ohne Beleg zu sagen: „Nimm es, mein lieber Freund, du kannst zahlen, wann du willst …", ist grundsätzlich falsch. Schenkst du es, ist das etwas anderes. Leihst du es aber, musst du es unbedingt schriftlich festhalten. Wird nichts aufgeschrieben und zahlt der andere nicht zurück – oder verzögert er die Zahlung absichtlich, obwohl das Geld da ist –, dann wird dieses Geld unrein und verboten.
Wachsen Kinder mit solch unrechtmäßigem Geld auf, gehen sie später leicht in die Irre und werden ungehorsam. Unrechtmäßiges Geld im Körper öffnet die Tür für alle möglichen Krankheiten. Von unrechtmäßigem Vermögen kann keine Moschee gebaut werden; auch Almosen oder zakāhAlmosen davon sind vor Allāh (ﷻ) nicht gültig.
Klage also nicht bloß: „Mein Geld ist weg!", sondern sorge dich vor allem darum, dass du dazu beigetragen hast, dass das Geld verboten wurde. Und wenn du fragst: „Was soll ich dann tun?" – die göttliche Anweisung ist unmissverständlich: Halte die Schuld schriftlich fest und lass sie unterschreiben. Hast du deine Pflicht getan und alles festgehalten, trifft dich keine Schuld mehr – gleich ob der andere zahlt oder nicht.
Klagen, die nicht enden
Schon zu Lebzeiten von Mawlānāunser Herr, unser Meister Shaykhspiritueller Meister; Führer; alter, ehrwürdiger Mann Nāẓim kamen viele Menschen und klagten: „Meister, ich habe jemandem Geld geliehen, bekomme es aber nicht zurück!" Shaykh Bābā fragte dann stets: „Hast du mich gefragt, bevor du das Geld weggegeben hast?" Und genau dieselben Klagen hören wir bis heute ständig. Fast täglich kommt jemand und klagt: „Ich habe Geld verliehen und sehe nichts davon zurück", oder: „Ich bin eine Partnerschaft eingegangen und wurde um meine Rechte betrogen."
In dem ḥadīthErzählung, Bericht, Mitteilung, Überlieferung, der in der Predigt genannt wurde, verheißt uns der Prophet (ﷺ), dass Allāh (ﷻ) dem hilft und die Rückzahlung erleichtert, der Schulden mit der aufrichtigen Absicht aufnimmt, sie zurückzuzahlen. Diese innere Haltung ist entscheidend. Wie gesagt: In Geschäftsdingen muss man sich strikt an diese Regeln halten. Denn wohin man auch blickt: Die menschliche Natur leidet überall unter denselben Schwächen. Manche leihen sich von Anfang an in betrügerischer Absicht Geld; andere meinen es gut, geraten aber ohne eigenes Verschulden in Not.
Wer willig, aber unfähig ist, dem wird Aufschub gewährt; der Gläubiger zeigt Nachsicht und rechnet es nötigenfalls der zakāh an, um den Schuldner zu entlasten. Ist die Absicht aber von Anfang an faul – nach dem Motto: „Das sind gutmütige Derwische, die wehren sich ohnehin nicht; nehmen wir ihnen einfach das Geld ab" –, dann bringt es weder dem Nehmenden noch dem Gebenden Segen. Möge Allāh (ﷻ) uns alle vor solch bösen Absichten schützen.
Geistiges und weltliches Leben
Manchmal fragen Besucher hier in der dergāh: „Warum befassen sich geistige Menschen überhaupt mit weltlichen Angelegenheiten?" Doch der Alltag ist nun einmal die Wirklichkeit … Wir sind schließlich keine rein geistigen Wesen, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Solange die Seele im Körper weilt, kann man den irdischen Pflichten nicht einfach ausweichen. Geraten irdische Taten und Beziehungen auf Abwege, leidet unweigerlich auch das geistige Leben.
Früher hatten die Menschen ein ganz anderes Ehrgefühl und Feingefühl. Es heißt, vor Jahrhunderten hätten selbst Einbrecher aus Achtung vor der Privatsphäre der Bewohner nie das Schlafzimmer betreten, sondern nur mitgenommen, was vorn lag, und seien dann gegangen. Selbst bei ihnen gab es noch eine rote Linie, ein Bewusstsein für Grenzen und einen Funken Scham. Noch beim Sündigen sagten sie sich: „Wir haben Unrecht getan und gesündigt; lasst uns nicht auch noch die Privatsphäre verletzen und noch größere Schuld auf uns laden."
Sich vor dem Verbotenen bewahren
Möge der Herr alle Menschen davor bewahren, nach unrechtmäßigem Vermögen zu greifen. Ḥarām ist eine schwere Last – möge unser Schöpfer uns stets davor beschützen. Sich vor Sünden und dem Verbotenen hüten zu können, ist eine unschätzbare Gnade. Das größte Geschenk ist der Glaube – und gleich danach kommt die Fähigkeit, sich gewissenhaft von dem fernzuhalten, was verboten ist. Möge Allāh (ﷻ) mit euch allen zufrieden sein.
Wa min Allāhi t-tawfiq"Und von Gott kommt der Erfolg.". al-fātiḥahEröffnung.



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