Unser Prophet (ﷺ„Gott segne ihn und schenke ihm Heil!“) sagt: مَنْ أَحْيَا سُنَّتِي عِنْدَ فَسَادِ أُمَّتِي فَلَهُ أَجْرُ مِائَةِ شَهِيدٍ Aw kama qal – Falls ich mich im genauen Wortlaut geirrt habe, war das zumindest der Sinn seiner Worte. Unser Prophet sagt: „Wer meine SunnahBrauch, überlieferte Norm, Tradition wiederbelebt, wenn meine UmmaNation, Volk vom rechten Weg abgekommen ist, der erhält den Lohn von hundert Märtyrern.“ Die sunnah unseres Propheten (ﷺ) umfasst alles, was er selbst getan und vorgelebt hat. Das dürfen wir nicht vergessen. Die Anhänger der ṭarīqahWeg, Pfad, Methode folgen dieser sunnah nach besten Kräften.
Falsche Vorbilder
Es gibt jedoch auch Menschen, die die sunnah ablehnen. Sie nennen sich zwar Muslime, sagen aber über unseren Propheten (ﷺ): „Der Prophet war auch nur ein Mensch wie wir, man muss seiner sunnah nicht folgen." Nach ihrer Kleidung zu urteilen, würde man meinen, sie seien Muslime, doch ihr Verhalten hat mit einem muslimischen Erscheinungsbild absolut nichts zu tun. Sie stellen Dinge als sunnah dar, die überhaupt keine sunnah sind. Und andere ahmen sie nach, in dem Glauben, es handle sich um sunnah, und bemühen sich, es ihnen gleichzutun.
Das Beispiel der gespreizten Füße
Das offensichtlichste Beispiel dafür ist: Wenn sich diese Menschen zum Gebet aufreihen, spreizen sie ihre Beine viel zu weit – mit der Begründung, sie müssten den Fuß des Nachbarn berühren. Das hat mit der sunnah absolut nichts zu tun. Die sunnah im Gebet ist es, Schulter an Schulter zu stehen, nicht Fuß an Fuß.
Nach der hanafitischen Rechtsschule sollte der Abstand zwischen den Füßen höchstens fünf bis zehn Zentimeter betragen. Bei den Schafiiten kann er etwas größer sein, doch – Allāharabischer Name Gottes (ﷻ“Möge sein Ruhm groß sein.") bewahre – man spreizt die Beine nicht vollständig, als wollte man sich erleichtern. So ist es nicht. Das ist keine sunnah und hat damit nicht das Geringste zu tun. Daran erkennt man am deutlichsten die Menschen, die die sunnah ablehnen: Sie geben dies als sunnah aus und lassen die Menschen glauben, es sei eine Sünde, es nicht zu tun.
Denn unser Prophet (ﷺ) hat dies weder selbst getan, noch hat er es angeordnet. Vielmehr wies er an, dass sich im Gemeinschaftsgebet die Schultern in der Reihe berühren sollen. Betet man allein, ist dies natürlich nicht nötig, dann steht jeder einfach für sich an seinem Platz. Doch im farḍ-Gebet geht es darum, mit den Schultern eine geschlossene Reihe zu bilden, nicht Fuß an Fuß zu stehen. Sie nennen es „sunnah" und führen die Menschen in die Irre.
Die richtige Kopfbedeckung
Auch die Kopfbedeckung gehört zur sunnah. Frauen müssen ohnehin ein Kopftuch tragen, doch auch Männer sollten eine takke (Gebetsmütze) tragen – das ist die sunnah. Die noch nachdrücklichere sunnah ist der Turban, doch solche Menschen würden in ihrem Leben niemals einen Turban tragen. Höchstens werfen manche von ihnen ein Tuch über den Kopf wie Frauen und geben es dann als sunnah aus.
Die sunnah ist es, eine takke zu tragen. Unser Prophet (ﷺ) nannte sie „qalansuwa", was takke bedeutet. Einen Turban zu binden ist die Form der sunnah, die noch mehr Lohn bringt. Wer der sunnah folgt, achtet auf diese Dinge.
Der wahre Weg des Propheten
Doch die Beine im Namen der sunnah so weit wie möglich zu spreizen und dabei einen seltsamen Anblick zu bieten, ist gewiss keine sunnah. Der Kopf unbedeckt, der Bart eine Handspanne lang, kein Schnurrbart, die Hose bis zum Knie … Das ist nicht sunnah, so sieht die sunnah nicht aus. Die sunnah ist der schöne Weg, den uns unser Prophet (ﷺ) gezeigt hat. Wer ihm folgt, braucht ohnehin nichts anderes.
Dazustehen und zu erklären, was erlaubt (ḥalālerlaubt, zulässig) ist, sei verboten (ḥarāmverboten), ist ebenfalls eine große Sünde. Deshalb sehe ich leider manchmal, dass sogar manche unserer Brüder ihre Füße auf diese Weise spreizen. Sie waren vielleicht auf ᶜUmraheinen besiedelten Ort besuchen oder ḤajjPilgerfahrt, haben es dort gesehen und dachten sich: „So ist der IslamAufleuchten, Erstrahle, Aufgehen (der Sonne) also, man muss die Beine so spreizen." Doch das ist ganz und gar nicht der Fall. Seid achtsam.
Nicht nachahmen, sondern ähnlich werden
Achtet genau darauf, was wirklich sunnah ist und was nicht. Dieses Verhalten ist typisch für jene, die die sunnah ablehnen und unserem Propheten (ﷺ) keinen Respekt entgegenbringen. Folgt ihnen nicht und haltet euch von ihnen fern. Ahmt sie nicht nach, sondern bemüht euch stattdessen, unserem Propheten (ﷺ) ähnlich zu werden.
Unser Prophet (ﷺ) sagt dazu:
مَنْ تَشَبَّهَ بِقَوْمٍ فَهُوَ مِنْهُمْ
Wer einem Volk ähnlich wird, gehört zu ihm.
Möge Allāh (ﷻ) uns bewahren und uns vor ihrem Übel schützen. Das Übel des shayṭānTeufel ist groß; er lässt das Gute schlecht und das Schlechte gut erscheinen. Möge Allāh (ﷻ) uns bewahren und uns allen Wachsamkeit schenken.
Wa min Allāhi t-tawfiq"Und von Gott kommt der Erfolg.". al-fātiḥahEröffnung.



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