Al-ḥamdu li-llāh"Lob sei Gott!", "Gott sei Dank!", wir versammeln uns in der Nacht der JumuᶜahVersammlung, der Tag der Versammlung. Die Jumuᶜah ist ein Geschenk von Allāharabischer Name Gottes (ﷻ“Möge sein Ruhm groß sein.") an den Propheten (ﷺ„Gott segne ihn und schenke ihm Heil!“). Ein Tag beginnt mit dem maghribOrt oder Zeit des Sonnenuntergangs; Westen, Okzident; Zeit des Abendgebets der Nacht und dauert bis zum maghrib des nächsten Tages. Von der Jumuᶜah sagt man jedoch, sie beginne mit dem maghrib und dauere bis zum fajrMorgendämmerung, Tagesanbruch am Samstag. Allāh (ﷻ) gibt uns einen zusätzlichen Tag. Alles, was man am Tag der Jumuᶜah tut, ist in der göttlichen Gegenwart Allāhs (ﷻ) wertvoller.
Deshalb machen wir meistens in dieser Nacht oder an diesem Tag dhikrGedenken und Khatmu l-Khwājagān. Auch an anderen Tagen, damit es für die Menschen leicht ist: je nach der Lage des Einzelnen, wann es ihm leichtfällt, an Khatmu l-Khwājagān und dhikr teilzunehmen. Manchmal findet es am Samstag statt, manchmal am Sonntag oder Montag. Der beste Tag ist aber der Freitag, denn er ist ein Geschenk von Allāh (ﷻ) an den Propheten (ﷺ) und an seine UmmahNation, Volk.
Ein Geschenk, das wir nehmen sollen
Wir danken Allāh (ﷻ), dass Er uns zur Ummah des Propheten (ﷺ) gemacht hat. Es ist eine große Ehre, zu seiner Ummah zu gehören; auch das ist ein Geschenk von Allāh (ﷻ). Das Beste von allem, was Allāh (ﷻ) erschaffen hat, hat Er dem Propheten (ﷺ) gegeben. Und der Prophet (ﷺ) freut sich, wenn seine Ummah von dem nimmt, was Allāh (ﷻ) ihm gegeben hat. Er (ﷺ) gibt gern und ist der Großzügigste, nicht nur materiell: Er gibt dir auch in jeder guten Tat das, was das Beste für dich ist. Deshalb musst du davon so viel nehmen, wie du kannst.
Die ṭarīqahWeg, Pfad, Methode ist der Weg, immer mehr von den Geschenken Allāhs (ﷻ) zu gewinnen. Du musst sammeln und nehmen, was Allāh (ﷻ) dir gegeben hat, so viel du kannst.
Keine Ausrede für die Faulheit
Al-ḥamdu li-llāh, wir tun dies, ohne uns müde zu fühlen. Doch bei vielen Menschen lassen das Ego oder shayṭānTeufel es so erscheinen, als sei es zu schwer, Gottesdienst zu verrichten, zum Khatmvollenden, abschließen, versiegeln oder zum dhikr zu kommen oder zu einer der Versammlungen, die Allāh (ﷻ) liebt. Sie werden faul. Müde kann man sie nicht nennen, denn heutzutage ist niemand müde: Sie tun viel Anstrengenderes und sind dabei glücklich. Wenn es aber um den Gottesdienst geht, werden viele träge und sagen „später“.
Deshalb sagen wir: Man muss einmal in der Woche zu Khatmu l-Khwājagān kommen. Wenn man nicht kann, dann alle zwei Wochen. Wenn man auch das nicht kann, dann mindestens einmal in drei Wochen. Hat man in der ersten und zweiten Woche eine Entschuldigung, ist es in Ordnung; in der dritten Woche aber muss man kommen. Ich habe oft von Mawlānāunser Herr, unser Meister Shaykhspiritueller Meister; Führer; alter, ehrwürdiger Mann ᶜAbdDiener, Sklave Allāh ad-Dāghestānī gehört: „Was ist die Entschuldigung, nicht zu Khatmu l-Khwājagān und zum dhikr zu kommen?“ Er sagte: „Würde man sagen, wer hierher kommt, kann ein Goldstück nehmen, und jemand kann nicht kommen, um es zu nehmen, dann hat er eine Entschuldigung. Wenn er aber kommen kann, um das Goldstück zu nehmen, und nicht für den dhikr kommen kann, dann ist das keine Entschuldigung.“ Wer auf das Gold verzichtet, hat also eine Entschuldigung; wer aber dem Goldstück nachläuft, muss auch zum dhikr kommen.
Wie gesagt: mindestens einmal in drei Wochen. Außerdem gibt es jetzt einen Livestream im Internet. Wer sehr faul ist oder sehr weit von den Menschen entfernt lebt, kann von dort aus folgen. So ist er eine halbe Stunde mit Allāh (ﷻ), in der majlisOrt des (Zusammen-)Sitzens, (Raum der) Zusammenkunft des dhikr und von Khatmu l-Khwājagān. Wenn er auch das nicht tut – was sollen wir dann sagen? Heutzutage ist es für die Menschen leicht, online zu folgen. Viele leben weit entfernt von muslimischen Orten oder von Orten, an denen man dhikr macht; sie können wenigstens online folgen. Und Allāh (ﷻ) gibt ihnen nach ihrer niyyahAbsicht, Zweck, ihrer Absicht, die Nähe zu Allāh (ﷻ) und zum Propheten (ﷺ) zu bewahren.
Die täglichen Übungen
Dann sind da natürlich die täglichen awrādZeit der Anbetung; Texte, die der Anbetung dienen; Wasserstelle. Sie sind nicht verpflichtend, aber jeder in der ṭarīqah muss sie so gut tun, wie er kann. Den ersten Teil solltest du mindestens verrichten. Wenn du später den Rest schaffst, gut; wenn nicht, dann am nächsten Tag oder später. Selbst bei der Arbeit kannst du den stillen dhikr im Herzen machen – „Allāh, Allāh, Allāh“ –, ohne eine tasbīḥdas Sprechen von „Subḥāna llāh", also „Gepriesen sei Gott" in der Hand zu halten. Das ist möglich. Unser wichtigstes Merkmal in der Naqshbandī-ṭarīqah ist, den dhikr im Herzen zu machen. Hast du eine lange Autofahrt, kannst du den dhikr im Herzen machen; du musst keine tasbīḥ halten und danach einen Unfall bauen. Du kannst „Allāh, Allāh“ im Herzen sagen, auch das ist in Ordnung. Den ersten Teil kannst du jeden Tag in vielleicht fünf Minuten beenden.
Manche sagen auch, sie träfen sich für Dalāʾil al-Khayrāt. Wenn ihr zusammenkommen und die murīdūnder Bereite, der Wollende; Schüler zusammen Dalāʾil al-Khayrāt lesen könnt, ist das gut. Es ist gut für sie, statt fernzusehen oder anderes zu tun, zusammenzukommen, miteinander zu sprechen, Gutes zu erwähnen und Ideen auszutauschen, was man in der jeweiligen Lage tun kann. Wenn nicht, kannst du Dalāʾil al-Khayrāt zu Hause lesen. Auch das ist sehr wichtig.
Wer nicht lesen kann, soll mindestens hundertmal ṣalawātGebet sprechen. Manche fragen: „Wann können wir es rezitieren, beim tahajjudNachtwache?“ Du kannst es zu jeder Zeit innerhalb der 24 Stunden tun, kein Problem, tu es einfach. Unser Weg ist ein Weg der Leichtigkeit.
Auch die rābiṭahVerbindung, Einheit, Bündel ist leicht. Viele fragen nach der rābiṭah, weil man ihnen gewöhnlich sagt, man müsse von hier nach rechts, dann nach links, nach oben und nach unten gehen, eine halbe Stunde lang, um die rābiṭah zu machen. Danach laufen sie davon. Nein, das ist nicht nötig. Um die rābiṭah zu machen, sagst du nur „bi-smi llāh"Im Namen Gottes."“ und bist fertig. Man muss sie nicht so lang machen, du hast andere Dinge zu tun.
Allāh dienen, indem wir den Menschen dienen
Unser Weg ist, al-ḥamdu li-llāh, leicht und voller Lohn, voller Glück und voller Barmherzigkeit von Allāh (ﷻ). Es gibt viele Beispiele dafür, wie leicht es ist, der ṭarīqah zu folgen. Denn die Menschen denken gewöhnlich, die ṭarīqah sei sehr schwer und sehr anstrengend. Das ist nicht nötig. Du kannst in deinem Büro arbeiten und besser sein als einer, der sagt „Ich bin ein Derwisch“, aber diese Verbindung des Herzens nicht hat. Du kannst auch reich sein, und dein Herz ist nur bei Allāh (ﷻ), und all dein Geschäft dient dazu, den Menschen zu helfen. Du kannst alles mit der Absicht tun, ein Diener Allāhs (ﷻ) zu sein und den Menschen zu dienen. Denn um Allāh (ﷻ) zu dienen, soll man den Menschen dienen.
Mawlānā Shaykh Nāẓim erzählte diese Geschichte oft über Sayyidināunser Herr, unser Meister IbrāhīmIbrahim, Abraham (as)„Auf ihm sei Frieden!“. Einmal sagte Sayyidinā Ibrāhīm (as): „Ich werde Allāh (ﷻ) zum Abendessen einladen.“ Er ist ein Prophet und weiß es, aber das geschah, um ein Beispiel zu geben. Er wartete, und ein Mann kam. Dieser Mann war ein Feueranbeter, ein majūsī. Sayyidinā Ibrāhīm (as) schickte ihn fort und sagte: „Du kannst gehen. Ich warte auf jemand Wichtigeren.“ Er wartete und wartete, doch niemand kam. Da sagte er: „O Allāh (ﷻ)!“ Allāh (ﷻ) sagte: „Ich habe dir einen Mann zum Abendessen geschickt. Du hast ihn nicht aufgenommen. Du hast Mich eingeladen, aber Ich esse und trinke nicht. Ich schickte jemanden, und du hast ihn hinausgeworfen. Geh schnell, suche ihn und lade ihn ein zu kommen.“
Er lief los und suchte den Mann. Er fand ihn. Der Mann sagte: „Was ist geschehen! Du hast mich weggeschickt und mir gesagt, ich solle gehen. Jetzt kommst du, um mich zurückzuholen. Was machst du da!“ Er sagte: „Allāh (ﷻ) hat mich eigens geschickt, dich zu holen. Er hat mich getadelt, dass ich dich nicht hereingebeten habe. Deshalb bin ich dir nachgelaufen.“ Als der Mann das hörte, wurde er Muslimder sich (Gott) Unterwerfende, sich (Gott) Hingebende. Er verließ seine Religion und nahm den IslamAufleuchten, Erstrahle, Aufgehen (der Sonne) an.
Was wir tun, tun wir deshalb für Allāh (ﷻ). Indem wir den Menschen dienen, dienen wir Allāh (ﷻ). Das ist sehr wichtig. Unser Weg ist dieser Weg: den Menschen nur um Allāhs (ﷻ) willen zu dienen, in shāʾa llāh"So Gott will.". Möge Allāh (ﷻ) uns dazu bringen, für Ihn (ﷻ) zu handeln, und nicht zulassen, dass sich unser Ego davorstellt. Möge Allāh (ﷻ) uns helfen. Vielleicht ist es leicht, darüber zu sprechen, doch meistens ist es nicht so leicht, es zu tun. Aber wir bitten Allāh (ﷻ) um Hilfe, und Allāh (ﷻ) hilft uns, in shāʾa llāh.
Wa min Allāhi t-tawfiq"Und von Gott kommt der Erfolg.". al-fātiḥahEröffnung.



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